Die Stahlallee 2018-04-11T10:36:03+00:00

Project Description

Christian Bilz

Die Stahlallee

“Engineering. tomorrow. together” lautet das Motto im thyssenkrupp Quartier in Essen
,was der Konzern seit seiner in 2010 gebauten Zentrale an den Tag legt. Die frei zugängliche Allee besteht aus insgesamt 13 Gebäuden, welche nebenan zum kruppschen Stammhaus stehen.
Diese Vereinigung stärkt die Stadt Essen als Wirtschaftskraft und ermöglicht angestellten kurze Arbeitswege und ein modernes Arbeitsumfeld. Ziel ist es, einen einfachen und persönlichen Austausch zwischen allen Funktionen und Bereichen des Konzerns zu ermöglichen. Offenheit soll hier gelebt werden. Deshalb ist auch der Campus entsprechend konzipiert.

Im thyssenkrupp Quartier arbeiten derzeit über 3.200 Mitarbeiter aus der AG und allen fünf Geschäftsbereichen.
Die Allee der Welten vor dem Q2 forum steht für die Internationalität und globale Ausrichtung von thyssenkrupp. Im Zuge einer Baugrundvoruntersuchung wurde die gesamte Quartierfläche auf mögliche Hinterlassenschaften der fast 200-jährigen Industriegeschichte untersucht. Kontaminierungen wurden unter Begleitung von Gutachtern fachgerecht entsorgt. Auf dem gesamten Quartiergelände wurde ca. 400.000 m2 Boden bewegt und u.a. für die Errichtung des Krupp Parks genutzt. Der Begrünung des Quartiergeländes mit mehr als 700 Bäumen ist beispielhaft. Diese verbessern gemeinsam mit der großzügig angelegten Wasserfläche das Kleinklima des gesamten Geländes. Unterstützt wird die Geothermieanlage durch den äußeren Sonnenschutz. Rund 400.000 zentral gesteuerte Lamellen erreichen eine vergleichbare Sonnenschutzwirkung wie ein herkömmliches, außenliegendes Raffstore.
Besondere Vorteile der Vertikallamellen sind die erheblich bessere Durchsicht sowie die gesicherte Funktionalität auch bei höchsten Windbelastungen. Der zu erwartende Primärenergiebedarf für die Bürogebäude unterschreitet die gesetzlichen Vorgaben um 20 – 30 Prozent. Vergleichbare sparsame Gebäude, insbesondere Gebäude mit nennenswerten Verglasungen, wurden bisher in Deutschland kaum realisiert.

Werkstoffe, Produktionsverfahren und Innovationen – natürlich hat  thyssenkrupp sein komplettes Können auch im Quartier zum Einsatz gebracht. Und zwar nicht nur das offensichtliche, die Aufzüge und Fahrtreppen, sondern auch Stähle oder etwa innovative Verfahren wie die mit Coil-Coating-Technologie organisch beschichteten Bleche (z.B. Elektroband, LITECOR, Carbon2Chem). Die von thyssenkrupp Nirosta aus einem Chrom-Nickel-Molybdän-Edelstahl gefertigten Elemente wurden auf einer Seite geschliffen, auf der anderen Seite gestrahlt. Dadurch erscheinen die Lamellen je nach Blickwinkel und Lichteinfall matt oder glänzend – und lenken das einfallende Licht so nach innen, dass es in den Büros auch bei geschlossenem Sonnenschutz hell genug ist. Nach der Bearbeitung der Metallstreifen wurden je 116 bis 160 Lamellen auf den Achsen zu elektronisch angetriebenen Lamellenpaketen montiert. Die Lamellen sind in der Mittelachse beweglich und reagieren exakt auf die Signale des elektrischen Antriebs.