Schweppe – Hufbeschlagschule 2018-05-03T16:20:11+00:00

Project Description

Magnus Meier-Röbke

Schweppe – Hufbeschlag, Hufbeschlagschule und Kunstschmiede

Der Dortmunder Betrieb wurde um das Jahr 1850 als Huf- und Wagenschmiede gegründet. Er besteht also nun mehr seit über 150 Jahren. Nach dem Motto: „Stillstand ist Rückschritt“ wurde der Betrieb stetig in seine Kompetenzvielfalt erweitert. Zu Beginn bestanden die Hauptaufgaben des Betriebes darin, Arbeitspferde zu beschlagen und landwirtschaftliche Geräte zu reparieren. Heute werden jedoch zumeist Sportpferde beschlagen und Kunstschmiedearbeiten bzw. Restaurationen ausgeführt. Den letzten großen Schritt, den der Betrieb getan hat, war die Gründung der Hufbeschlagschule im Jahr 1998 durch den Hufbeschlaglehrmeister Manfred Schweppe, dessen Sohn Christoph Schweppe den Betrieb weiterführt. Wer hier lernen möchte, braucht eine abgeschlossen Ausbildung und er muss zuerst einen Einführungslehrgang absolvieren, welcher vier Wochen in Vollzeit dauert. Darauf folgt eine 2-jährige Anstellung bei einem staatlich geprüften Hufbeschlagschmied, an deren Ende ein viermonatiger Vorbereitungslehrgang und schließlich die staatliche Prüfung zum Hufbeschlagschmied steht.

Auf dem Foto oben wird der Schenkel des Hufeisens von Levin abgeschmiedet und mit einer Ränderung versehen. Dann wird von ihm die Strahlfreiheit hergestellt, indem die Innenkante des unteren Endes abgerundet wird, damit kein Druck auf den Strahl ausgeübt wird bzw. die elastische Reaktion des Hufest auf Belastung gewährleistet ist. Daraufhin legt er den Schenkel an und die Falz wird mit einem Falzhammer eingezogen. Nun wird der Schenkel von Levin weiter geformt, bis das Hufeisen seine charakteristische Form hat. Beim Bürsten entfernt er Verunreinigungen wie z.B. Schlacke. Silvio zieht die Zehenkappe an das Hufeisen an, die das Verrutschen nach hinten vermeiden soll.

Auf dem Bild oben sieht man das Aufbrennen eines Hufeisens auf einen abgesetzten Huf, den Huf eines toten Pferdes. Dies geschieht hier zur Übung, weil es auch beim lebenden Tier angewandt wird. Bei diesem Verfahren soll überprüft werden, ob das Hufeisen genau passt. Man muss dabei die Zeit des Aufbrennens genau im Blick behalten, denn wenn es zu lange dauert, verbrennt zu viel vom Huf und eine schmierige Schicht entsteht, die das erkennen des Abdruck erschwert. Chantal arbeitet Nagellöcher nach, die zuvor eingearbeitet wurden. Levin raspelt das Hufeisen mit der Feile, um ihm den letzten optischen Schliff zu geben.

Hier sieht man das Hufeisen, welches nach ca. 90 Minuten Arbeitszeit fertiggestellt ist.

Außerdem werden – wie schon erwähnt – Restaurations- und Kunstschmiedearbeiten in dem Betrieb durchgeführt, wie z.B. die Restauration eines Geländers mit Flex und Autogenbrenner durch den Seniorchef Manfred Schweppe.

Ganz besonders möchte ich hiermit Manfred Schweppe, Christoph Schweppe, Sylvio, Chantal und Lewin für die freundliche Zusammenarbeit danken.