Der Ruhrschäfer 2018-05-06T14:10:51+00:00

Project Description

Anna Roters

Der Ruhrschäfer

Es ist 6 Uhr früh am Morgen, mitten im November und es ist wahnsinnig kalt und nass. Für mich, ist das sehr gewöhnungsbedürftig, so früh und bei so einem Wetter, aber für den Schäfer Florian Preis ist das Alltag – wenn auch nur Jahreszeitenbedingt.

Florian Preis ist der Ruhrschäfer.

Er hat 2013 aus Leidenschaft zu dem Beruf die „Ruhrschäferei“ gegründet und zieht heute mit seinen mittlerweile knapp 230 Merino-Schafen, sowie seinen drei Hütehunden Ayla, Yuni und Luna, durch den Westen des Ruhrgebiets. 

Von Anfang an unterstützt wird er bei von seiner Familie. Sie helfen Ihm, wo sie können – auch, wenn das bedeutet, frisch geborene Lämmer Zuhause „hüten“ und mit der Flasche groß ziehen, wenn es wieder mal „Lamm-Zeit“ ist. 

Ein für Laien sehr lustiges und seltenes Bild, wenn das Lamm neben Preis Schwägerin in der Küche herumläuft und gleichzeitig neben dem Neugeborenen „Bela“ von der Flasche gestillt wird. Wie ich finde, grund auf sympathisch und irgendwie charakteristisch fürs Ruhrgebiet, wenn die Weidentiere schnell zu neuen Familienmitgliedern werden. 

So wie hier im Ruhrgebiet die Stadtgrenzen verschmelzen, gehen hier die Grenzen zwischen Stall- und Kinderzimmer überein.

Der Stall der „Ruhrschäferei“ steht in Oberhausen auf einer ihm gesponserten Ausgleichsfläche, die dem Stahlgiganten „Thyssen Krupp“ gehört.

Die 30 Hektar große Fläche bietet pure Industrienatur mitten im Industriegebiet, nicht weit von der Zeche Sterkrade, und somit eine perfekte Fläche für Florian Preis und seine Schafe – ruhig und groß genug für Herdenzuwachs.

Hier hat Preis seine Basis, inmitten von neuer Industrie, alten Industriebrachflächen und Zechen. 

Durch die exklusive und außergewöhnliche Lage und Existenz einer Schäferei in so einem Raum wie dem Ruhrgebiet, passt sein Leitspruch „Ein starkes Stück Ruhrgebiet“ wie Faust aufs Auge. Preis, selbst gebürtiger „Ruhr-Pottler“, könnte sich nicht vorstellen das Ruhrgebiet zu verlassen. Er möchte hier bleiben und die Zukunft mitgestalten – seinem Konzept nach mit Nachhaltigkeit durch artgerechte Tierhaltung und wertorientierten Konsum. Ihm geht es um bewussten Fleischgenuss, auch wenn dieser teurer als aus dem Supermarkt nebenan ist, kann er dem Verbraucher durch direkte Nähe absolute Transparenz vermitteln. So wird Vertrauen aufgebaut. 

Die Kontakte dazu und gleichzeitig auch Werbung und (anfängliche) finanzielle Absicherung sichert Preis durch sogenannte „Schafaktien“ und „Patenschaften“. So kann der Verbraucher eine direkte Beziehung zu seinem Produzenten und seiner Ware aufbauen und zugleich in den seltener werdenden Beruf den Schäfers Einblick bekommen. Durch Feste am Stall, wie im Advent ein Feuer oder ganzjährliche Gottesdienste, wird geworben und eine sympathische Transparenz zum Kunden geschaffen.

Um auch seine Beziehung zu seinen Schafen, zumindest in den geburtenreichen Monaten, enger zu schüren und um schneller Handeln zu können, hat sich Florian Preis nun auch einen kleinen Wohnwagen an seinen Stall gestellt.

Den will er sich im Sommer bezugsbereit machen. Seine Hunde Ayla, Yuni und Luna sind immer dabei. Sie sind seine Hütehunde, sowohl von der Herde, als auch von Ihm. Zu Ihnen hat Preis ein enges Verhältnis und die Kommunikation zwischen Ihm und seinen „Mädels“, so wie er sie manchmal gerne nennt, stimmt von Grund auf.

Preis nutz Flächen von Bauern in und um Oberhausen, Duisburg, Dinslaken, Essen und Bottrop

– zieht dafür von Weide zu Weide mit seinen knapp 230 Schafen und seinen 3 Hütehunden, quer durch Wohngebiete und alte Industrielandschaften. Im Jahr sind das circa 150 km – etwa eine Strecke von Hamburg bis Hannover. 

Durch die ganzjährliche Beweidung schafft Preis eine nachhaltige Alternative im Gegensatz zur Technik.

150 km

3 Hunde

230 Schafe

Mein persönlicher Dank gilt

 Florian Preis
sowie seiner Familie
für die tolle Unterstützung
und das Vertrauen